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witchhunter.net -> figurenmacher -> werner klocke, der verträumte perfektionist
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Name: Werner Klocke
Geboren: 1964

Wohnort: Bottrop (Deutschland)
Haushalt: ich und Irene

Kurzbeschreibung: der verträumte perfektionist
Lieblingsminiatur: keine bestimmte
Lieblingsbücher: Terry Pratchet und Tolkien
Lieblingsmusiker: Limp Bizkit, The Doors, Enja, Bronski Beat und Evanescence

Homepage Link: Freebooter Miniatures

Miniaturen gemacht für:
Hobby Products - Metal Magic, Spacelords und Demonworld
Games Workshop - Testfiguren
Excalibur - Fantasy und Fearless
Fantasy Production - erst DSA, später Armalion
Global Games - Inferno
Rafm - Fantasy
Target Games - Warzone
Reaper - DHL und Warlord
Cell Entertainment - 1999 Game
Wizkids Games - Mageknight
Rackham - noch nicht veröffentlicht
Freebooter Miniatures - eigene Serie
und für diverse PC und Spielehersteller mal zwischendurch

Werner Klocke
Werner Klocke, der verträumte perfektionist
...just click to enlarge...

Chaoskrieger mit Gobbo

W.K.: Geboren 1964 in Celle, irgendwo in Niedersachsen. Bedingt durch die Arbeit meines Vaters sind wir, meine Eltern und meine zwei jüngeren Brüder, sehr viel umgezogen bis wir nach Zierenberg, bei Kassel, kamen. Dort bin ich zur Schule und hab 1983 mein Abi gemacht. Anschließend fast zwei Jahre Zivildienst.

Für ein Kunst- und Designstudium brauchte ich ein Praktikum und bin dann aber drei Jahre als Fotografen Assistent in einem Fotoatelier in Kassel hängen geblieben. 2 Jahre hab ich studiert. War aber viel zu theoretisch und hab anschließend noch mal drei Jahre als Fotograf gearbeitet. Seit 92 nebenberuflich Figuren modelliert.

Ab 1994 hauptberuflich bei Hobby Products in Mülheim an der Ruhr. Es war Schicksal, da ich auf einer meiner Fotoreisen meine Lebensgefährtin Irene kennen gelernt hatte und sie aus Oberhausen kommt, dem Nachbarort von Mülheim. Seit 2000 bin ich Freelance. Und hab diesen Schritt nicht bereut!

Terry Pratchet und Tolkien sind meine absoluten Favoriten. Da ich die meisten ihrer Bücher schon zwei oder noch öfter verschlungen hab, les ich haufenweise SF und Fantasy Paperbacks zwischendurch.

Als Du noch ein kleiner Junge warst, hast Du bestimmt mit irgendwelchen Figuren gespielt, kannst Du Dich noch daran erinnern? Was waren das für Figuren? Oder hast Du Dir damals welche aus Knete gemacht?

W.K.: Im Sandkasten mit Cowboy und Indianerfiguren und mit Schlümpfen. Meine zwei Brüder und ich haben damals alles Mögliche an Figuren gesammelt. Und natürlich haben wir auch Knetfiguren gemacht. Sind alle drei sehr kreativ

Wann hast Du zum ersten Mal eine Zinn-Miniatur in die Hände bekommen?

W.K.: Freunde haben 1984 von einem Trip aus London einige Citadel Figuren und die damals brandneue Warhammer 2nd Edition mitgebracht. Diese fein modellierten Fantasyfiguren haben das Feuer entfacht.

Hobby Products Greif

Wann zum ersten Mal hast Du den Wunsch verspürt das Miniaturen-Hobby zu Deinem Beruf zu machen?

W.K.:Ich schätze so um 1989 rum, als ich anfing Figuren umzubauen. Die Figuren waren damals noch nicht speziell für die verschiedenen Truppentypen modelliert und dementsprechend fehlten natürlich genau die Figuren mit der Ausrüstung die man brauchte.

Du hast Dir das Sculpten selbst beigebracht. War das schwierig? Wie lange hast Du gebraucht um die ersten akzeptablen Ergebnisse zu bekommen?

W.K.: Die erste hat über ein Jahr gedauert. Mit langen Unterbrechungen und unzähligen Neuanfängen, Ausbesserungen und Umbauten. Und hinzu kam, das ich die Figur mit altem, fast ausgetrocknetem Fimo modelliert hatte. Excalibur hat die Figur noch im Programm: Ein Chaoskrieger, der einen Goblin zerquetscht. Und er gefällt mir immer noch.

Layla - Global Games

RAFM Vanir Sorceress


Was würdest Du einem Anfänger empfehlen? Dein wichtigster Trick beim Sculpten?

W.K.: Ein einfaches Projekt/Modell aussuchen. Anfangen mit dem Wissen, das es nicht klappen könnte, der Vorstellung nicht entspricht und sehr viel Zeit und Ausdauer benötigen wird.

Drei praktische Tipps – nicht nur für Anfänger:

Misch ein Teil Fimo Soft mit drei bis fünf Teilen Greenstuff. Klebt sehr, wird aber mit dem kneten gut gebrauchsfähig. Vorteil: diese Mischung bleibt wesentlich länger bearbeitungsfähig, härtet trotz des Fimos aus und eignet sich wunderbar für große Flächen

Von Innen nach außen und von unten nach oben modellieren. Erst auf dem "Draht-Knochen" vormodellieren, dann ein Bein, auf die noch weiche Haut die Details aufmodellieren; dann das andere Bein, dann den Körper, ...

Zwischen jedem Schritt die Figur unter einer Lampe aushärten lassen. Greenstuff, etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde alt, auf einem Stück Plastikfolie auswalzen, Teile, wie z.B. Rüstungsplatte, Gürtel, ausschneiden und vorsichtig abziehen. Die Seite die auf der Folie war, hat nun eine glatte Oberfläche und sehr scharfe Kanten. Vorsichtig auf der Figur andrücken.

Wie bist Du in die Miniaturen-Branche als Sculptor reingekommen? Zufall oder gezielt daraufhin gearbeitet?

W.K.: Nachdem die erste Figur fertig war, hab ich gezielt ein paar Figuren für GW und HP modelliert und mich damit beworben.

Du hattest für viele Firmen gearbeitet. Ist es immer dasselbe oder gibt es da unterschiedliche Erfahrungen?

W.K.: Klar gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Erstens weil die Aufgaben unterschiedlich waren und zweitens tun sich einige Firmen schwer mit dem Geschäftlichen. Es macht die Zusammenarbeit sehr schwierig, wenn du ein halbes Jahr oder auch länger auf das Geld warten musst.

Kannst Du uns etwas mehr über Deine Begegnung mit Games Workshop erzählen? Welche Figuren hast Du für GW gemacht?

W.K.: Auf meine Bewerbung hin, hat mich GW für 2 Wochen nach Nottingham eingeladen. Das war unglaublich spannend und anregend. Die Leute waren auch sehr nett und hilfreich. Während des Aufenthalts hab ich 5 Figuren modelliert. Meines Wissens sind sie nie veröffentlicht worden.

Goblin Schamane Excalibur
Goblin Schamane, 1997
Excalibur
bemalt von W.Klocke

Warzone Golgotha
Warzone Golgotha, 1997
Target Games

Hat es in Deiner Laufbahn als Miniaturen-Designer Tiefpunkte gegeben? Tage an denen Du am liebsten aufgehört hättest oder lief es immer glatt?

W.K.: Eigentlich nicht. Zwar gab und gibt's immer Tage an denen gar nichts läuft und ich mich tierisch darüber aufrege, aber mein Enthusiasmus bringt mich immer wieder drüber weg und weiter.

Ist es ein schweres los, ein Miniaturen-Designer zu sein, musst Du hart arbeiten? Wie sieht dein Tagesablauf aus?  

W.K.: Dadurch das mir das Modellieren - immer noch! - sehr viel Spaß macht, geht alles sehr leicht und einfach. Das einzig schwierige ist manchmal, meine Faulheit zu überlisten. Dazu steh ich zusammen mit meiner Freundin früh auf und wir gehen auch zusammen aus dem Haus. Hab den Vorteil eines eigenen Studios - das hilft ungemein die Faulenzia zu besiegen. Von 8 bis 15 modellier ich. Zuhause dann noch etwas Büroarbeit, wie z. B. Interviews tippen :) . Am Wochenende steht meist nur Büroarbeit auf dem Plan.

Oft, wenn das Hobby zum Beruf wird, geht einem der Spaß daran verloren. Ist es bei Dir auch der Fall, hast Du nicht genug von Green Stuff vor Deinen Augen?

W.K.: Stimmt. Ein wenig schon. Aber es gibt auch noch das Anmalen von Figuren, Spielen mit Figuren ....

Da wir beim Spaß sind, spielst Du noch Tabletop?

W.K.: Ja, sicher. Wir treffen uns jeden Donnerstag und dann geht's rund. Hauptsächlich Tabletops von GW. Momentan sind wir mit Herr der Ringe zugange. Meine finstere Orkarmee wird immer gewaltiger und bald schon wird ganz Mittelerde mir gehören!

Myranor Diorama

Jain Zar

Du bist nicht nur ein Sculptor sondern auch ein begabter Maler. Kommst Du überhaupt noch zum Malen?

W.K.: Dankeschön. Doch ab und zu schon. Ich hab bereits 7 Figuren für meine HdR Ork Armee bemalt und bin gerade an einer Slaanesh Armee zugange. Aber mehr als ein dutzend Figuren werd ich wohl nicht schaffen. Für Golden Demon möchte ich auch noch etwas machen, da ich viele Ideen hab. Nur die Zeit wird knapp.

Dein Design bei den Miniaturen ist unverwechselbar, man kann eine Deiner Figuren sofort von den der anderen Designern unterscheiden, vor allem Deine Frauen-Modelle sind einzigartig. Wie würdest Du in paar Worten Deinen Stil beschreiben?

W.K.: Als einen sehr realistischen Stil. Ich hab immer versucht, die Anatomie des Körpers, die Funktionsweise der Ausrüstung und die unterschiedlichen Materialien so genau wie möglich darzustellen. Damit´s so aussieht, als ob es richtig funktionieren könnte.

Deine Lieblingsminiatur?

W.K.: Keine Bestimmte. Meist bin ich nach einiger Zeit mit den älteren Figuren doch etwas unzufrieden. Dann seh ich die ein oder andere Macke und würd sie am liebsten neu machen. Vielleicht wird die nächste Figur mein absoluter Liebling?

Sandra Garrity hatte ihre Miniaturen als ihre "Kinder" bezeichnet? Jeder Künstler hat wohl eine besondere Beziehung zu seinen Werken. Sicherlich ist es bei Dir auch der Fall, wie würdest Du Deine Beziehung zu deinen Figuren schildern?

W.K.: Eigentlich keine. Nachdem sie fertig ist, verschwindet die Figur aus meinem Gedächtnis. Oft bin ich sehr überrascht: Was, die ist von mir?

Es macht wahrscheinlich jeden Designer stolz, wenn seine Figuren von besten Malern gut bemalt sind und bei Coolminiornot in den Top 10 oder ähnlich stehen. Aber was ist das für ein Gefühl, eine Deiner Figuren (vor allem vielleicht Frauen-Figuren) schlecht bemalt zu sehen? Tut es weh?

W.K.: Nein, überhaupt nicht. Die meisten Bemaler geben sich sehr viel Mühe und haben mächtig Spaß am Bemalen und das ist absolut OK für mich.

Bjarni

Freebooter Zauberer

Im Interview mit D.Heutelbeck bei Spiel 2000 hast Du erzählt, Du wurdest stark von T.Meier, J.Goodwin und Brüdern Perry beeinflusst. Ist es immer noch so oder gibt es mittlerweile "Neuzugänge"?

W.K.: Immer. Ich schau mir gern Figuren von neuen Designern an. Und meistens gibt es das ein oder andere zu lernen. Besonders die Figuren von Rackham haben meinen Stil in letzter Zeit beeinflusst.

Brüder Perry machen zurzeit praktisch nur noch historische Miniaturen. Was hältst Du davon? Hast Du schon mal mit dem Gedanken gespielt Historisches zu machen?

W.K.: Ja, ein wenig. Gern würd ich mal die ein oder andere 54mm, oder größere, mittelalterliche Figuren machen. Leider zu wenig Zeit.

Archäologin

Mittlerweile hast Du eine eigene Firma, Freebooter Miniatures. Was ist das für ein Gefühl, vor vielen Jahren noch Umbauten gemacht und heute eine eigene Miniaturenschmiede? Sagt Deine innere Stimme zu Dir ab und zu "Du hast es geschafft, Junge!" oder ähnlich :-)??

W.K.: Na ja, so besonders ist das auch nicht. Ist einfach nur mehr Arbeit. Und Freebooter ist noch ganz am Anfang.

Wie kam der Name "Freebooter Miniatures" zustande?

W.K.: Mein Kumpel Franz Sander kam mit der Idee an, da mir überhaupt nichts einfiel.

Die Miniaturen-Branche wächst unaufhörlich, fast täglich erscheinen neue Firmen am Miniaturen-Firmament. Was hältst Du von dieser Entwicklung? Spürt man die Konkurrenz?

W.K.: Find ich klasse. Es ist sehr interessant die vielen Neuheiten zu sehen. Doch oft sind es immer die gleichen Modellierer, die für die vielen neuen Firmen arbeiten.



Wird diese Entwicklung andauern oder ist der Markt bald übersättigt und die Firmen schließen sich wieder?

W.K.: Oft steckt sehr wenig Fachwissen hinter den meisten Projekten. Besonders fürs geschäftliche fehlt vielen der Sinn. Und wenn diese Leute mit ihren Engagement und den schönen Ideen von der Bildfläche verschwinden, ist das sehr schade.

Welche der Neuzugänge würdest Du als viel versprechend bezeichnen?

W.K.: IK Warmachine. Ein gutes Konzept, coole Miniaturen und stimmige Regeln.

Saint Mary

Pflegen Miniaturen-Designer freundschaftliche Beziehungen untereinander oder sitzen sie allein in ihren Elfenbeitürmen und machen Figuren? Hast Du engen Kontakt zu den anderen Designern?

W.K.: Klar zu Stefan Niehues hab ich recht engen Kontakt. Aber zu Sandra Garrity, Bobby Jackson und Jason Wiebe nur unregelmäßigen. Ist sehr schwierig über die Distanz hinweg und schreibfaul bin ich leider auch. An dieser Stelle muß ich Reaper lobend erwähnen, weil die ein bis zweimal im Jahr ein Treffen ihrer Modellierer organisieren. Und das ist immer sehr schön und anregend.

In einer Designer-Welt, die von Miniaturen beherrscht wird, Arbeit, Hobby, einfach alles, hat man da noch was für normale Menschen und die Welt da draußen übrig? Schaust Du Dir Nachrichten an?

W.K.: Doch. Gerade, wenn Hobby und Beruf identisch sind lechzt du nach etwas anderem. Zumindest ab und zu J. So gehe ich gerne Essen, spiele (zu) oft am PC hauptsächlich Strategie und Rollenspiele und klar, Nachrichten schau ich auch einmal am Tag. In Urlaub nehme ich kein Greenstuff mit. Da hab ich wirklich Urlaub.

Katalin: Succubus

Reaper Elf Mage

Woran arbeitest Du aktuell?

W.K.: Für Freebooter hab ich gerad einen neuen Söldner fertig und einen versnobten imperialen Adligen fast fertig. Weiter sitz ich noch an einer Dunkelelfe und der Sonderfigur für die Spiel im Oktober. Für Reaper mach ich gerad ein Set Zwergenkrieger für Warlord.

Welche Miniatur würdest Du noch unbedingt machen wollen?

W.K.: Ideen für zwei Elfen für Freebooter geistern mir durch den Kopf. Sehr schöne Skizzen hab ich noch von Tim Talin für neue Reaper Figuren. Die würd ich gern machen. Und nächste Woche hab ich bestimmt noch weitere Ideen für Figuren die ich unbedingt machen möchte.

Weitere Pläne für die Zukunft?

W.K.: Noch viele schöne und vor allem bessere Figuren modellieren. Freebooter etwas mehr voranbringen. Und dabei Spaß haben!

Werner Klocke bei der Arbeit






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